Grow-Wissen

Coco Coir Bewässerung — Der vollständige Guide für Cannabis

Häufigkeit, Drain-Werte und EC-Ziele für optimale Ergebnisse auf Kokossubstrat — protokolliert in phenogrow.

EC-Protokoll in phenogrow →

Warum Coco Coir eine eigene Bewässerungs-Strategie braucht

Kokossubstrat sieht aus wie Erde, verhält sich aber wie ein Hydro-Medium. Coco speichert selbst keine nennenswerten Nährstoffe — jede Gabe muss als fertige Nährlösung kommen. Gleichzeitig hält Coco viel Luft an den Wurzeln und verzeiht häufiges Gießen, wo Erde längst staunass wäre. Das ist die große Stärke des Substrats: Wer Coco wie Hydro behandelt, bekommt Hydro-Wachstumsraten mit der Handhabung eines Topfsubstrats.

Die zweite Eigenheit: Coco hat eine natürliche Kationen-Austauschkapazität. Das Substrat bindet Calcium und Magnesium und gibt dafür Kalium und Natrium ab. Deshalb sind gepufferte Coco-Produkte und Cal-Mag-stabile Düngerlinien (etwa das Athena-System) auf Coco Standard — und deshalb gehören EC und pH bei jedem Gießen ins Protokoll.

Warum phenogrow? phenogrow ist die Grow-App, die dich phasengenau durch den kompletten Anbau führt — mit EC- und pH-Protokoll bei jedem Gießen statt allgemeiner Tipps ohne Bezug zu deinem Zelt.

Häufigkeit: Coco nie austrocknen lassen

Die wichtigste Regel auf Coco: mindestens einmal täglich gießen, sobald die Pflanze etabliert ist. Trocknet Coco aus, konzentrieren sich die Salze im Substrat, der Wurzel-EC schießt nach oben und die Pflanze zeigt Verbrennungen an den Blattspitzen — obwohl die Nährlösung korrekt angemischt war.

  1. Stecklinge / Seedlings: alle 1–2 Tage kleine Mengen, Substrat feucht aber nicht gesättigt halten.
  2. Veg-Phase: täglich einmal mit 10–20 % Drain. Das Wurzelwachstum beschleunigt sich spürbar, sobald der Rhythmus stabil ist.
  3. Blüte: ein- bis dreimal täglich, abhängig von Pflanzengröße, Topfvolumen und VPD. Hochlastphasen (Woche 3–7) brauchen die häufigsten Gaben.

Wie viel die Pflanze tatsächlich trinkt, hängt direkt vom Klima ab — ein hoher VPD bedeutet mehr Transpiration und mehr Wasserbedarf. Beide Werte zusammen zu protokollieren zeigt dir, warum der Verbrauch schwankt.

Drain-to-Waste: 10–20 % sind das Ziel

Coco wird klassisch Drain-to-Waste gefahren: Bei jedem Gießen sollen 10–20 % der Nährlösung unten aus dem Topf laufen. Dieser Ablauf ist kein Verlust, sondern die Spülung des Systems — er trägt überschüssige Salze aus, bevor sie sich anreichern.

Phase EC-Ziel (mS/cm) pH Drain
Steckling / Seedling 0,8 – 1,2 5,8 – 6,0 ~10 %
Veg (vegetativ) 1,4 – 1,8 5,8 – 6,1 10 – 20 %
Blüte 1,8 – 2,4 5,9 – 6,2 15 – 20 %

Die Richtwerte gelten für verbreitete Salz-Düngerlinien auf Coco. Wer nach Athena-Programm dosiert, bekommt die phasengenauen Mengen direkt aus dem Athena Nährstoffe Rechner in phenogrow.

Drain-EC messen — dein Frühwarnsystem

Der Eingangs-EC sagt dir, was du gibst. Der Drain-EC sagt dir, was im Substrat passiert. Miss beide Werte bei jedem Gießen:

  1. Eingangs-EC notieren — direkt aus dem Anmischbehälter.
  2. Drain auffangen — die ersten Tropfen verwerfen, dann eine Probe aus dem laufenden Ablauf nehmen.
  3. Differenz bewerten: Drain bis 0,3–0,5 mS/cm über Eingang ist normal. Mehr als +0,5 dauerhaft? Dann reichern sich Salze an — Zeit für mehr Drain-Volumen oder einen Substrat-Reset. Details im Artikel EC Drift Diagnose.
  4. Beides in phenogrow protokollieren — die App macht den Trend über Wochen sichtbar, den ein einzelner Messwert nie zeigt.

Profi-Tipp: Gieße immer erst 1–2 Stunden nach Licht-an. Die Pflanze fährt ihre Transpiration mit dem Licht hoch — wer ins „schlafende" Substrat gießt, erhöht nur das Staunässe-Risiko im Wurzelballen.

Die häufigsten Coco-Fehler

  1. Coco wie Erde gießen (alle 2–3 Tage): führt zu Salzaufbau und Trockenstress im Wechsel.
  2. Pures Wasser geben: zieht durch den Kationen-Austausch Calcium aus der Lösung und destabilisiert den Wurzel-pH. Auf Coco immer mit Nährlösung gießen.
  3. Drain ignorieren: ohne Drain-Messung bleibt EC-Drift wochenlang unsichtbar — bis die Blattspitzen brennen.
  4. Ungepuffertes Coco verwenden: billige Ziegel ohne Ca/Mg-Pufferung kosten dich die ersten zwei Wochen Wachstum.

FAQ: Coco Coir Bewässerung

Wie oft muss ich Cannabis in Coco Coir gießen?

Mindestens einmal täglich mit Nährlösung, in der Blüte bei großen Pflanzen zwei- bis dreimal täglich. Coco darf nie komplett austrocknen — es gibt keinen Nährstoffpuffer wie bei Erde, der Trockenphasen abfedert.

Wie viel Drain brauche ich bei Coco?

Ziel sind 10–20 % Drain-to-Waste pro Gießvorgang. Der Ablauf spült überschüssige Salze aus und hält den Wurzel-EC stabil. Dauerhaft unter 10 % Drain führt zu Salzaufbau und EC-Drift.

Welcher EC-Wert ist bei Coco Coir richtig?

Richtwerte: Seedlings 0,8–1,2 mS/cm, Veg 1,4–1,8 mS/cm, Blüte 1,8–2,4 mS/cm. Entscheidend ist die Differenz zwischen Eingangs-EC und Drain-EC — liegt der Drain dauerhaft mehr als 0,5 mS/cm über dem Eingang, baut sich Salz im Substrat auf.

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